Billard Spielregeln für Pool, Snooker & Carambol

Spielregeln für alle Billardarten und Disziplinen, die ihr bei uns spielen könnt: Pool Achtball und Neunball, Snooker 15 Reds und 6 Reds, Carambol Freie Partie, Einband und Dreiband sowie Cinque Birilli (Fünfkegel).

Allgemeine Spielregeln

Poolbillard Grundregeln | Pool: 8 Ball | Pool: 9 Ball

Snooker Grundregeln | Snooker: 15 Reds | Snooker: 6 Reds

Carambolbillard Grundregeln | Carambol: Freie Partie | Carambol: Einband | Carambol: Dreiband | Carambol: 5 Kegel

Der Begriff Billard bezeichnet keine einzelne Billardart oder Teildisziplin, sondern ist der Überbegriff aller Varianten und Spielweisen. Die drei großen Hauptvarianten Pool, Snooker und Carambol haben unterschiedliche Tische und Bälle, unterscheiden sich neben den Spielregeln also auch durch das Spielmaterial. Am ältesten ist Carambol, das vor mehreren hundert Jahren in Frankreich entstanden und die ursprüngliche Originalvariante des Billardspiels ist. Snooker wurde dann in der britischen Kolonialzeit entwickelt, ehe im 19. Jahrhundert die amerikanische Poolbillard-Variante hinzukam. Welche Billardart wo vorherrschend ist, das ist global und regional sehr unterschiedlich - Billard findet ihr in den unterschiedlichsten Ausprägungen weltweit.

Die nachfolgenden Spielregeln sind teils vereinfacht und für Einsteiger zusammengestellt.

Allgemeine Spielregeln

Allen Billardarten und ihren Unterdisziplinen gemeinsam ist, dass immer zwei Parteien gegeneinander spielen - also ein Spieler gegen einen anderen Spieler, oder ein Team gegen ein anderes Team. Wenn in Teams gespielt wird, dann wird vor Partiebeginn entschieden, ob sich die Spieler eines Teams nach jedem Stoß, oder nach jeder Aufnahme ("Durchgang", "Runde") abwechseln. Vor Partiebeginn wird zudem durch Münzwurf oder Bandenentscheid (*) festgelegt, welche Partei das Wahlrecht über den Anstoß erhält und somit entscheiden darf, wer das Match beginnt. In weiterer Folge wird immer abwechselnd begonnen.

(*) Bandenentscheid: Für den Bandenentscheid werden zwei beliebige Bälle auf der (gedachten) Anstoßlinie aufgebaut, ein Ball links und ein Ball rechts, und jeweils gleich weit von der linken bzw. rechten langen Bande entfernt (je 1 Diamant). Spielbälle und Objektbälle sind bei Turniermaterial, das euch wie bei uns zur Verfügung steht, gleich groß und gleich schwer. Beide Parteien spielen nun gleichzeitig ihren Ball parallel entlang der langen Bande auf die gegenüberliegende zweite kurze Bande, sodass der Ball zur ersten kurzen Bande (an der sich die Spieler befinden) zurückrollt. Die Partei, deren Ball näher an der ersten kurzen Bande liegen bleibt, erhält das Wahlrecht.

Jede Billarddisziplin hat eine vorgegebene Anfangsposition, mit der das Spiel startet. In weiterer Folge muss immer mit jenen Ballpositionen weitergespielt werden, die liegen geblieben sind. Disziplinenspezifische Regelungen werden in den jeweiligen Kapiteln erklärt.

Allen Billardarten und Disziplinen gemeinsam ist ebenfalls, dass nur der Spielball mit dem Queue (genauer: mit der belederten Queuespitze) angestoßen werden darf und muss. Werden Objektbälle oder wird der Spielball andersartig bewegt ("touchiert"), dann ist das ein Foul. Bei allen Stößen, bei denen welches Foul auch immer dabei ist, zählt nur das Foul, gemäß der jeweiligen disziplinenspezifischen Regelung - vermeintlich erzielte Punkte zählen nicht.

Wenn Bälle an der Bande liegen, dann bleiben sie an der Bande und dürfen nicht von der Bande weggelegt werden - das gilt auch für den Spielball. Es ist aber erlaubt, die Führungshand (die eine Auflage bzw. Schiene am Tisch für das Queue bildet) auf Tischrahmen und Bande aufzulegen. Verlängerungen bzw. Hilfsqueues dürfen ganz offiziell bei jeder Billarddisziplin und bei jedem Stoß verwendet werden. Wenn der Spielball an einem anderen Ball press liegt (sie einander berühren), dann muss der Spielball von diesem Ball weggespielt werden (**), ohne dass sich der press liegende Ball durch das unmittelbare Wegspielen des Spielballes bewegt - in weiterer Folge des Stoßablaufes darf der press liegende Ball wieder bewegt werden.

(**) Beim Carambol- und Poolbillard gilt ein press liegender Ball als noch nicht getroffen. Beim Snooker gilt ein press liegender Ball, sofern dieser an der Reihe ist, als getroffen.

Poolbillard Grundregeln

Beim Poolbillard ist der weiße Ball der Spielball, der nach disziplinenspezifischen Spielregeln Objektbälle in den Taschen ("Löchern") versenken muss. Poolbillard wird mit Stoßwechsel gespielt - das bedeutet, dass nach jedem Stoß die gegnerische Partei an die Reihe kommt. Man bleibt aber solange an der Reihe ("am Zug", "am Stoß"), solange man Objektbälle regelkonform (ohne Foul) versenkt.

Nach jedem Foul kommt die gegnerische Seite mit "Ball in Hand" an die Reihe: Das bedeutet beim Poolbillard, dass der Spielball am gesamten Tisch frei platziert werden und in alle Richtungen ("nach vorne" und "nach hinten") gespielt werden darf - der Spielball muss nicht auf der Anstoßlinie, dem Anstoßpunkt oder aus dem Anstoßfeld heraus gespielt werden! Objektbälle, die mit einem Foul versenkt werden oder aus dem Tisch springen, bleiben aus dem Spiel. Diesbezügliche Spezialfälle sind den Spielregeln der einzelnen Unterdisziplinen zu entnehmen.

Fouls sind, neben dem in den allgemeinen Spielregeln bereits erwähnten irregulären Bewegen (Touchieren) der Bälle:

  • Wenn der Spielball versenkt wird,
  • wenn der Spielball oder wenn Objektbälle vom Tisch springen,
  • wenn der Spielball keinen Objektball trifft,
  • und wenn der Spielball einen falschen Objektball zuerst trifft (siehe Spielregeln der einzelnen Unterdisziplinen).

Anstoßlinie und Anstoßfeld sind nur für den Anstoß relevant, das ist der Eröffnungsstoß mit der Anfangsposition. Die Anstoßlinie definiert das Feld, in dem der Spielball beim Anstoß frei platziert werden darf. Der Spielball muss beim Anstoß also nicht zwingend mittig auf der Anstoßlinie aufgebaut werden, sondern nach Belieben im Anstoßfeld. Bei der Ausführung des Anstoßes geht es dann darum, die Objektbälle möglichst gut auseinanderzutreiben und nach Möglichkeit auch gleich einen Objektball zu versenken. Ein Tipp für die Praxis ist, den Spielball zentral auf die Spitze der Pyramide bzw. der Raute zu lenken, damit sich die Kraft auf die dahinter liegenden Bälle verteilen kann.

Poolbillard: Disziplin Achtball

Anfangsposition und Markierungen:

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Diese Disziplin mit den beiden voll- und halbfarbigen Ballgruppen, von denen jede Partei eine hat, und der schwarzen Acht am Schluss ist die wahrscheinlich am weitesten bekannte Billarddisziplin überhaupt in unseren Breiten. Ziel des Spieles ist es, alle Objektbälle der eigenen Ballgruppe zu versenken und dann die schwarze Acht, um zu gewinnen.

Das Spiel startet mit dem Anstoß, dessen korrekter Aufbau der Grafik zu entnehmen ist. Vorgegeben ist dabei lediglich die Position der Acht in der Mitte des Dreiecks, und dass die beiden Eckbälle unterschiedlich sein müssen. Die restliche Anordnung der Objektbälle ist egal. Wird beim Anstoß ein Objektball versenkt, dann ist dadurch noch nicht entschieden, welche Partei welche Ballgruppe hat. Wurde dieser Objektball regelkonform (ohne Foul) versenkt, dann bleibt die betreffende Partei aber am Zug.

Welche Partei welche Ballgruppe bekommt, wird durch den ersten regelkonform versenkten Objektball nach dem Anstoß entschieden: Die Ballgruppe dieses Objektballes wird jener Partei zugewiesen, die diesen Objektball versenkt hat. Der gegnerischen Partei wird die andere Ballgruppe zugewiesen.

Sobald entschieden ist, welche Partei welche Ballgruppe hat, muss der erste getroffene Objektball (egal, ob mit oder ohne Vorbande) immer ein Ball der eigenen Ballgruppe sein. Wird ein Ball der gegnerischen Partei als erstes getroffen, dann ist das ein Foul. Achtung: Die schwarze Acht gilt in diesem Zusammenhang als dritte Ballgruppe, die erst dann als erstes getroffen werden darf, wenn sie für betreffende Partei an der Reihe ist - wird sie davor als erstes getroffen, dann ist das ein Foul.

Jeder Objektball, einschließlich der schwarzen Acht, darf in jede Tasche versenkt werden. Einschränkende Vorgaben - wie diagonal, gegenüberliegend oder ähnliches - gibt es nicht.

Streng genommen wäre Achtball ein sogenanntes Ansagespiel, bei dem für jeden Stoß genau angesagt werden müsste, welcher Ball in welche Tasche versenkt werden soll. Diese Regel haben wir in vorliegender Betrachtung bewusst ausgelassen, damit das Spiel anfangs nicht zu schwierig wird.

Spezielle Regeln für die schwarze Acht beim Achtball:

Das Versenken der schwarzen Acht beim Anstoß ist per se kein Foul, es gelten aber folgende Regelungen:

  • Wird die schwarze Acht beim Anstoß versenkt, ohne dass ein Foul begangen wurde, dann wird der Anstoß durch die gleiche Partei wiederholt.
  • Wird die schwarze Acht beim Anstoß versenkt, und mit dem gleichen Stoß wurde ein Foul begangen, dann kommt die gegnerische Partei mit der Wiederholung des Anstoßes an die Reihe.

Wenn die schwarze Acht beim Anstoß vom Tisch springt, dann wird sie auf den Fußpunkt (siehe Grafik) zurückgelegt und die gegnerische Partei kommt (wie nach jedem Foul) mit Ball in Hand an die Reihe.

Eine Partei verliert das Spiel - klarerweise - durch Sieg der anderen Partei. Ein Spiel ist aber auch dann verloren für betreffende Partei,

  • wenn die schwarze Acht, außer beim Anstoß, mit einem Foul versenkt wird,
  • wenn die schwarze Acht versenkt wird bevor alle Bälle der eigenen Ballgruppe versenkt wurden
  • und wenn die schwarze Acht, außer beim Anstoß, vom Tisch springt.

Poolbillard: Disziplin Neunball

Anfangsposition und Markierungen:

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Neunball wird mit den nummerierten Objektbällen Eins bis Neun gespielt, das sind alle vollfarbigen und die halbfarbige Neun. Die Ballgruppen haben in dieser Disziplin keine Bedeutung. Für den Anstoß werden die Objektbälle zu einer Raute aufgebaut (siehe Grafik), an deren Spitze die Eins platziert wird, die Neun in der Mitte, die Anordnung der restlichen Bälle ist gleichgültig.

In dieser Disziplin muss immer der numerisch niedrigste Objektball am Tisch, mit oder ohne Vorbande, als erstes angespielt werden (weshalb die Eins beim Aufbauen an der Spitze sein muss). Wer unter Einhaltung dieser Regel die Neun versenkt, durch Kontakt mit dem Spielball oder einem Objektball ("Kombination"), gewinnt. Und wer unter Einhaltung dieser Regel irgendeinen anderen Objektball versenkt, durch Kontakt mit dem Spielball oder durch eine Kombination, bleibt am Zug. Im Normalfall bedeutet das, dass die Objektbälle ihrer Reihe nach aufsteigend und am Ende die Neun versenkt werden. Kombinationen sind aber erlaubt, wenn der numerisch niedrigste Objektball am Tisch als erstes angespielt wird.

Beispielsweise ist ein Spiel schon gewonnen, wenn beim Anstoß wie gefordert zuerst die Eins getroffen und mit dem gleichen Stoß dann auch die Neun versenkt wird - egal ob durch Kontakt mit dem Spielball oder einem Objektball. Beispielsweise bleibt eine Partei am Zug, wenn der numerisch niedrigste Ball zuerst getroffen und durch verschiedene Kontakte von Objektbällen ein anderer Objektball versenkt wurde.

Das regelkonforme (ohne Foul) Versenken von Objektbällen bringt keine Punkte, die betreffende Partei bleibt aber am Zug. Es ist unerheblich, wie viele Objektbälle eine Partei versenkt - es geht nur um die Neun. Jeder Objektball, einschließlich der Neun, darf in jede Tasche versenkt werden - Neunball ist ganz "hochoffiziell" kein Ansagespiel. Diese Disziplin kann auch gut mit einer ungeraden Spielerzahl gespielt werden, indem jede Partei für sich spielt ("Rad").

Spezielle Regeln beim Neunball:

  • Wenn ein anderer (höherer) als der numerisch niedrigste Objektball als erstes getroffen wird, dann ist das ein Foul.
  • Wenn die Neun mit einem Foul versenkt wird, dann ist das Spiel dadurch nicht beendet oder entschieden. In diesem Fall wird die Neun auf den Fußpunkt (siehe Grafik) zurückgebaut und die gegnerische Partei kommt, wie nach jedem Foul, mit Ball in Hand an die Reihe - das gilt auch, wenn die Neun der letzte Objektball am Tisch ist.

Snooker Grundregeln

Beim Snooker ist der weiße Ball der Spielball, der abwechselnd rote und andersfarbige Objektbälle in den Taschen versenken ("potten") muss, um dadurch Punkte zu erzielen. Jeder Objektball darf dabei in jede Tasche versenkt werden. Es gewinnt diejenige Partei, die am Spielende mehr Punkte erzielt hat. Snooker wird mit Stoßwechsel gespielt - das bedeutet, dass nach jedem Stoß die gegnerische Partei an die Reihe kommt. Eine Partei bleibt aber solange an der Reihe, solange sie regelkonform (ohne Foul) Objektbälle versenkt.

Die Objektbälle haben folgende Punktewertigkeiten:

  • Rot = 1 Punkt
  • Gelb = 2 Punkte
  • Grün = 3 Punkte
  • Braun = 4 Punkte
  • Blau = 5 Punkte
  • Pink = 6 Punkte
  • Schwarz = 7 Punkte

Die Roten zählen je 1 Punkt, die Andersfarbigen sind höherwertig und werden beim Snooker als sogenannte "Farben" bezeichnet. Ein roter Ball, der versenkt wird, bleibt aus dem Spiel. Wenn eine Farbe an der Reihe ist, dann darf diese frei gewählt werden, solange noch rote Bälle am Tisch sind und das "Endspiel auf die Farben" (das weiter unten erklärt wird) noch nicht begonnen hat. Eine Farbe, die versenkt wird, kommt auf ihre Aufsetzmarke zurück (siehe Grafik), solange noch rote Bälle am Tisch sind und das Endspiel auf die Farben noch nicht begonnen hat. Wenn keine roten Bälle mehr am Tisch sind und das Endspiel auf die Farben begonnen hat, dann werden die Farben ihrer Wertigkeit nach aufsteigend versenkt und bleiben ebenfalls aus dem Spiel, wenn sie versenkt wurden.

Auf eine Farbe darf erst dann gespielt werden, wenn eine Partei mit ihrem unmittelbar vorhergehenden (letzten) Stoß eine Rote regelkonform versenkt hat. Wird eine Farbe regelkonform versenkt, dann kommt wieder eine Rote an die Reihe usw. Aber jedes Mal, wenn eine Partei neu an die Reihe kommt - also die Spielsituation von der gegnerischen Seite übernimmt - muss sie zuerst einen roten Ball versenken. Das gilt auch, wenn betreffende Partei in ihrem vorherigen Spielzug bei einer Farbe "stehen geblieben" ist. Es geht immer mit Rot los!

Snooker Endspiel auf die Farben & weitere Bestimmungen:

Die Wahl der Farbe ist frei, solange noch Rote am Tisch sind und ein letztes Mal (1x) möglich, unmittelbar nachdem die letzte Rote versenkt wurde. Jede Farbe, die frei gewählt und versenkt wurde, wird für den nächsten Stoß auf ihre Aufsetzmarke zurückgelegt. Wenn keine Roten mehr am Tisch sind und nachdem jener Stoß ausgeführt wurde, für den letztmalig eine Farbe frei gewählt werden durfte, beginnt das sogenannte "Endspiel auf die Farben". Im Endspiel auf die Farben werden diese von ihrer geringsten zu ihrer höchsten Wertigkeit nach aufsteigend versenkt und bleiben dann ebenfalls aus dem Spiel, wenn sie versenkt wurden.

Snooker wird mit sogenanntem "Farbzwang" gespielt. Das bedeutet, dass nur ein an der Reihe befindlicher Ball - und im Falle einer Farbe auch angesagter (deklarierter) Ball - als erster getroffen und versenkt werden darf. Eine Ansage kann nur für exakt 1 Ball gemacht werden, der dann als erster getroffen werden muss und nur der dann auch versenkt werden darf. Wenn eine Farbe an der Reihe ist, dann muss die gewählte Farbe der gegnerischen Partei deshalb angesagt werden. Wenn eine Farbe an der Reihe ist, dann darf keine Rote gewählt werden. Wenn hingegen eine Rote an der Reihe ist, dann muss keine Ansage gemacht werden und es darf jede Rote zuerst getroffen und jede Rote versenkt werden - hierbei zählt jede mit ein und demselben Stoß versenkte Rote 1 Punkt, beispielsweise würden zwei versenkte Rote 2 Punkte bringen. Wenn eine Rote an der Reihe ist, dann darf keine Farbe gewählt werden.

Wenn Schwarz der letzte Objektball am Tisch ist, dann ist die nächste Wertung - Potten oder Foul - die zugleich letzte Wertung der Partie, mit der das Spiel dann beendet ist. Bei Punktegleichstand folgt eine Verlängerung, wie im nächsten Absatz beschrieben.

Das Spielende ist erreicht, wenn keine Objektbälle mehr am Tisch sind, oder wenn eine Partei vorher schon rechnerisch uneinholbar in Führung liegt - also mit der maximal möglichen Punktezahl (***), die noch erreicht werden kann mit den am Tisch befindlichen Objektbällen, nicht mehr eingeholt werden kann. Endet ein Spiel unentschieden mit Punktegleichstand (Remis), dann wird das Spiel mit einer sogenannten "Respotted Black" verlängert und entschieden: Diese Verlängerung wird nach den allgemeinen (und hier beschriebenen) Snookerregeln gespielt, aber mit nur zwei Bällen, der Schwarzen und dem Spielball. Die Anfangspositionen der beiden Bälle entsprechen hierbei ihren originalen Startpositionen - die Schwarze wird auf ihren Spot (Aufsetzmarke) aufgelegt, der Spielball wird im Halbkreisfeld frei platziert. Durch Münzwurf wird entschieden, wer die Verlängerung beginnt. Bei einer Respotted Black entscheidet dann die erste Wertung - Potten oder Foul - über Sieg und Niederlage.

(***) Das rechnerische Maximum errechnet sich wie folgt: Die Anzahl der noch am Tisch befindlichen Roten mit 8 multiplizieren (8 = Rot + Schwarz), plus die Wertigkeiten der noch am Tisch befindlichen Farben.

Streng genommen wäre es erlaubt, bei einer Punktedifferenz über der rechnerischen Grenze der noch maximal möglichen Punktezahl weiterzuspielen. Durch Strafpunkte könnte die in Führung liegende Partei noch ein- oder überholt werden. Der Begriff "einen Snooker legen" bezieht sich genau auf diese Situation und bezeichnet einen taktischen Spielzug, durch den die gegnerische Partei zu einem Foul gezwungen werden soll.

Snooker Foulregeln:

Nach jedem Foul werden der gegnerischen Partei 4 oder mehr Strafpunkte gutgeschrieben und die gegnerische Partei kommt an die Reihe mit jener Position, die liegen geblieben ist (ohne "Ball in Hand"!). Wenn ein Objektball mit höherer Wertigkeit als 4 Punkte ausschlaggebend für die Foul-Wertung ist, dann haben die Strafpunkte die Höhe der Wertigkeit dieses Balles. Das betrifft nur die drei Fälle Blau (5 Punkte), Pink (6 Punkte) und Schwarz (7 Punkte). Alle Strafpunkte werden der gegnerischen Seite als Pluspunkte gutgeschrieben - es gibt keine Minuspunkte. Die nach einem Foul an die Reihe kommende Partei hat jetzt zwei Optionen, das Spiel fortzusetzen mit der liegen geblieben Position: Entweder spielt sie selbst weiter, oder sie lässt die andere Partei, die das Foul verursacht hat, weiterspielen.

Streng genommen gäbe es unter bestimmten Voraussetzungen noch eine dritte Option, das Spiel nach einem Foul fortzusetzen: durch Anwendung der Regel "Foul and a Miss". Hierbei würde die Spielsituation, die zum Foul geführt hat, vollständig - im Sinne sämtlicher Ballpositionen - rekonstruiert (zurückgebaut) werden und der Stoß müsste von jener Partei wiederholt werden, die das Foul verursacht hat. Diese Regel haben wir in vorliegender Betrachtung bewusst ausgelassen, weil das Rekonstruieren mitunter sehr komplex werden kann.

Fouls sind, neben dem in den allgemeinen Spielregeln bereits erwähnten irregulären Bewegen (Touchieren) der Bälle:

  • Wenn der Spielball versenkt wird,
  • wenn der Spielball oder wenn Objektbälle vom Tisch springen,
  • wenn der Spielball keinen Objektball trifft,
  • wenn der Spielball einen falschen Objektball zuerst trifft
  • und wenn der Spielball einen falschen Objektball versenkt.

Strafpunkte werden bei "Mehrfachfouls" (wenn mehrere der angeführten Fälle zutreffen) nur einmal gezählt, wobei die höchste Foul-Wertung zählt. "Falscher Ball" bezeichnet hier einen Objektball, der nicht an der Reihe und nicht angesagt ist. Wenn beispielsweise Rot an der Reihe ist, dann bedeutet das, dass zuerst Rot getroffen werden muss und dass nur Rot versenkt werden darf. Wenn beispielsweise eine Farbe an der Reihe und Grün angesagt ist, dann bedeutet das, dass zuerst Grün getroffen werden muss und dass nur Grün versenkt werden darf.

Wenn der Spielball versenkt worden oder vom Tisch gesprungen ist, dann kommt er in das Halbkreisfeld zurück (siehe Grafik), in welchem er frei platziert und in alle Richtungen ("nach vorne" und "nach hinten") gespielt werden darf. Eine Rote, die mit einem Foul versenkt worden oder vom Tisch gesprungen ist, bleibt aus dem Spiel. Eine Farbe, die mit einem Foul versenkt worden oder vom Tisch gesprungen ist, wird auf ihre Aufsetzmarke zurückgelegt (siehe Grafik).

Snooker: Disziplin 15 Reds

Anfangsposition und Markierungen:

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15 Reds ist die klassische Snookervariante, die mit 15 Roten gespielt wird. Die Spielregeln sind in den obigen Snooker Grundregeln erklärt, da diese gleichermaßen für 15 Reds und 6 Reds gelten.

Beim Anstoß (Eröffnungsstoß) wird der Spielball aus dem Halbkreisfeld gespielt, in welchem er frei platziert werden darf. Achtung: Der Spielball muss zuerst eine Rote treffen - würde er die Pinke zuerst treffen, dann wäre das ein 6-Punkte-Foul.

Snooker: Disziplin 6 Reds

Anfangsposition und Markierungen:

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Wie 15 Reds, aber mit 6 statt 15 Roten.

Carambolbillard Grundregeln

Carambol wird auf Tischen ohne Taschen ("Löcher") und mit nur drei Bällen gespielt: Weiß, Gelb und Rot. Der rote Ball ist ein Objektball, die beiden anderen Bälle sind Spielbälle. Jede Partei hat ihren eigenen Spielball, den sie das gesamte Match über beibehält. Eine Partei hat Weiß als Spielball, die andere Partei hat Gelb als Spielball. Bei allen Carambolbillard-Varianten geht es darum, Punkte zu erzielen. Es gewinnt diejenige Partei, die zuerst ein zu vereinbarendes Spielziel ("Distanz") erreicht.

Carambolbillard: Disziplin Freie Partie

Anfangsposition und Markierungen:

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Die Freie Partie ist die Grundform des klassischen Carambolbillards. Hier muss der Spielball in ein und demselben Stoß beide anderen Bälle treffen, um einen Punkt zu erzielen. Jeder erzielte Punkt zählt genau 1 Punkt und man bleibt solange am Zug, solange man Punkte macht. Es gibt keine unterschiedlich hohen Punktewertungen oder Foulwertungen - es gibt nur Punkt oder kein Punkt, 1 oder 0. Wenn kein Punkt erzielt wurde, dann kommt die gegnerische Partei an die Reihe. Für Einsteiger bietet sich beispielsweise eine Distanz von 20 Punkten an.

Die Reihenfolge, in welcher der Spielball die beiden anderen Bälle trifft, ist gleichgültig. Es ist also egal, ob der Spielball zuerst den roten Ball und dann den gegnerischen Ball trifft, oder umgekehrt. Es ist auch egal, ob der Spielball oder die anderen Bälle Banden berühren, oder nicht. Entscheidend ist nur, dass der Spielball die beiden anderen Bälle trifft. Indirekte Treffer (ein vom Spielball getroffener Ball trifft den dritten Ball) und Mehrfachtreffer (der Spielball trifft denselben Ball mehrfach) bringen per se keine Punkte, weil in diesen Fällen der Spielball erst einen der beiden zu treffenden Bälle getroffen hat.

Auch nach einem Foul bleiben die Ballpositionen unverändert so, wie sie liegen geblieben sind. Nur wenn ein Ball vom Tisch springt, dann werden die Bälle wieder zum Anstoß aufgebaut für die an die Reihe kommende Partei.

Beim Anstoß ist vorgegeben, dass zuerst der rote Ball ohne Vorbande getroffen werden muss.

Carambolbillard: Disziplin Einband

Wie Freie Partie, erschwerend kommt hier aber hinzu, dass der Spielball mindestens 1 Bande (oder mehr) berührt haben muss, bevor er den zweiten (den letzten) der beiden zu treffenden Bälle trifft. Vorbanden, das sind Bandenberührungen des Spielballes bevor dieser den ersten Ball trifft, zählen als reguläre Bandenberührungen. Aufgrund des erhöhten Schwierigkeitsgrades sollte die Distanz niedriger als in der Freie Partie angesetzt werden, beispielsweise auf 10 Punkte.

Carambolbillard: Disziplin Dreiband

Wie Einband, gefordert sind hier aber mindestens 3 Bandenberührungen des Spielballes, bevor dieser den letzten Ball trifft. Die Distanz sollte wiederum reduziert werden, beispielsweise auf 5 Punkte.

Carambolbillard: Disziplin Cinque Birilli (Fünfkegel)

Anfangsposition und Markierungen:

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Cinque Birilli, zu Deutsch Fünfkegel, ist die italienische Variante des Carambolbillards. Im Gegensatz zu den klassischen Caramboldisziplinen wird Cinque Birilli mit Stoßwechsel gespielt. Das bedeutet hier, dass nach jedem Stoß die gegnerische Partei an die Reihe kommt - unabhängig davon, was passiert ist: egal ob Punkte erzielt wurden oder nicht, egal ob ein Foul begangen wurde oder nicht. Der nächste große Unterschied zum klassischen Carambolbillard ist der, dass beim Cinque Birilli immer zuerst der gegnerische Ball getroffen werden muss, egal ob mit oder ohne Vorbande. Anders formuliert: Wenn der rote Ball zuerst getroffen wird, dann handelt es sich immer um ein Foul.

Punkte erzielt werden können durch sogenannte Carambolagen und Kegelpunkte, die zusammengezählt werden und den Gesamtscore für einen Stoß ergeben. Carambolagen bezeichnen direkte und indirekte Balltreffer, die unterschiedlich hohe Punktewertungen haben:

  • 4 Punkte zählt eine direkte Carambolage - diese liegt vor, wenn zuerst der Spielball den gegnerischen Ball und dann der Spielball den roten Ball trifft (gleich wie ein regulärer Treffer beim klassischen Carambol).
  • 3 Punkte zählt eine indirekte Carambolage - diese liegt vor, wenn zuerst der Spielball den gegnerischen Ball und dann der gegnerische Ball den roten Ball trifft.
  • Die Anzahl der Bandenberührungen ist irrelevant und spielt keine Rolle für die Punktewertungen der Carambolagen.
  • Wenn direkte und indirekte Carambolagen in ein und demselben Stoß auftreten, dann zählt nur die zeitlich zuerst eingetretene Carambolage.

Kegelpunkte können durch das Umwerfen der in der Tischmitte aufgestellten Kegel erzielt werden, die vom gegnerischen und dem roten Ball umgeworfen werden dürfen. Der Spielball darf nie Kegel umwerfen. Wenn der Spielball Kegel umwirft, dann handelt es sich immer um ein Foul. Die Foulregeln werden weiter unten erklärt. Wenn Kegel umgeworfen wurden, dann werden sie für den nächsten Stoß wieder aufgestellt. Wenn der Platz eines Kegels nicht frei ist (weil von einem Ball belegt), dann bleibt betreffender Kegel aus dem Spiel, bis sein Platz wieder frei ist. Die Punkte aller umgeworfenen Kegel werden zusammengezählt, die einzelnen Kegel haben hierbei folgende Wertigkeit:

  • 2 Punkte zählt jeder der vier weißen Außenkegel, der umgeworfen wurde.
  • 4 Punkte zählt der rote Innenkegel, wenn dieser umgeworfen wurde und mit ein und demselben Stoß auch mindestens ein Außenkegel umgeworfen wurde.
  • 10 Punkte zählt der rote Innenkegel, wenn dieser allein umgeworfen wurde (mit ein und demselben Stoß also kein Außenkegel umgeworfen wurde).

Der höchstmögliche Gesamtscore für einen Stoß beträgt 16 Punkte: 4 Punkte für eine direkte Carambolage, plus 8 Punkte für alle vier Außenkegel, plus 4 Punkte für den roten Innenkegel. Man muss keine Carambolage erzielen, um Kegelpunkte machen zu dürfen - und man muss keine Kegelpunkte machen, um eine Carambolage erzielen zu dürfen.

Cinque Birilli Foulregeln:

Wenn der Spielball Kegel umwirft oder ein anderes Foul begangen wird, dann zählen alle umgeworfenen Kegel und eventuell erzielten Carambolagen für die gegnerische Partei - gegebenenfalls zuzüglich Strafpunkte und "Ball in Hand". Alle Punkte für die gegnerische Partei werden dieser als Pluspunkte gutgeschrieben - es gibt keine Minuspunkte. Ball in Hand bedeutet im Cinque Birilli, dass der Spielball der an die Reihe kommenden Partei, frei platziert werden darf in jener Billardtischhälfte, die dem gegnerischen Ball gegenüberliegt - und dass der gegnerische Ball an seiner Position belassen werden darf, oder auf die Aufsetzmarke für den gegnerischen Ball (siehe Grafik) zurückgelegt werden kann in der Tischhälfte, in der er sich gerade befindet.

Wenn der Spielball Kegel umwirft, ohne dass ein weiteres Foul begangen wird, dann zählen alle umgeworfenen Kegel und eventuell erzielten Carambolagen für die gegnerische Partei, aber ohne Strafpunkte und ohne Ball in Hand - die gegnerische Partei spielt mit der liegen gebliebenen Position weiter. Dieser Fall liegt vor, wenn der Spielball korrekt den gegnerischen Ball vor dem roten Ball und vor den Kegeln trifft, eventuell auch (vermeintliche) Kegelpunkte und/oder Carambolagen erzielt werden, und der Spielball dann einen oder mehrere Kegel umwirft.

2 Strafpunkte und Ball in Hand, zuzüglich aller umgeworfenen Kegel und eventuell erzielter Carambolagen, gelten in folgenden Fällen:

  • Wenn mit dem falschen Ball gespielt wurde,
  • wenn der gegnerische Ball nicht getroffen wurde,
  • wenn der rote Ball vor dem gegnerischen Ball getroffen wurde - Achtung: Dann gibt es 2 zusätzliche Strafpunkte, also 4 Strafpunkte in Summe!,
  • wenn einer oder mehrere Kegel umgeworfen wurden, bevor der gegnerische Ball getroffen wurde,
  • wenn einer oder mehrere Bälle aus dem Tisch gesprungen sind,
  • und wenn einer oder mehrere Bälle touchiert (irregulär bewegt) wurden.

Strafpunkte werden bei "Mehrfachfouls" (wenn mehrere der angeführten Fälle zutreffen) nur einmal gezählt - gegebenenfalls plus der 2 oben angeführten Strafpunkte, wenn Rot vor dem gegnerischen Ball getroffen wurde. In Summe können also nur 2, oder 4 Strafpunkte gezählt werden.

Weitere Cinque Birilli Bestimmungen:

Wenn Bälle aus dem Tisch gesprungen sind, dann werden die hinausgesprungenen Bälle - aus Sicht der an die Reihe kommenden Partei - auf ihre Aufsetzmarken des Anstoßes zurückgesetzt, und die an die Reihe kommende Partei hat Ball in Hand für ihren Spielball (in der dem gegnerischen Ball gegenüberliegenden Tischhälfte). Die anderen, nicht hinausgesprungenen Bälle, bleiben an ihren Positionen.

Beim Anstoß gilt Ball in Hand für den Spielball, die Positionen des gegnerischen und roten Balles sind vorgegeben, und es dürfen keine Punkte erzielt werden. Wenn aber Punkte erzielt werden und kein Foul vorliegt, dann werden diese Punkte der gegnerischen Partei gutgeschrieben, die mit der liegen gebliebenen Position weiterspielt.